Wenn der Chef die rote Karte zeigt

Was man über Abmahnungen und Kündigungen wissen sollte

Abmahnung, Kündigung, Arbeitsrecht

Abmahnungen und Kündigungen gehören wahrscheinlich zu den unangenehmsten Dingen im Arbeitsalltag – vor allem für Arbeitnehmer. Entweder man ist sich seines Verstoßes bewusst oder man fühlt sich ungerecht behandelt. In jedem Fall kann eine Abmahnung oder Kündigung schwerwiegende Konsequenzen für den Betroffenen nach sich ziehen. Deshalb ist oft schnelles Handeln gefragt.

Eine Altenpflegerin wird nach 17 Jahren tadelloser Arbeit fristlos entlassen, weil sie sechs Maultaschen mitnahm, die ansonsten wahrscheinlich weggeworfen worden wären. Ein Firmen-Patriarch blickt unter den Spalt einer verschlossenen Toilettentür,
sieht seinen Beschäftigten mit angezogener Hose auf dem stillen Örtchen sitzen und spricht eine fristlose Kündigung aus. Begründung: Der Angestellte hätte geschlafen. Ein Lehrgangsteilnehmer fragt per E-Mail nach Einzelheiten einer mündlichen Prüfung und fühlt sich durch eine saloppe Antwort des Ausbildungsbetreuers unfreundlich behandelt. Der Vorgesetzte lässt eine Abmahnung folgen, da ein gewisses Taktgefühl Pflicht sei, wenn man im Job Kontakt nach außen hat.

 

Spektakuläre Fälle wie diese haben es in den letzten Jahren immer wieder zu zweifelhafter Berühmtheit gebracht. Denn wo Menschen zusammenarbeiten entstehen  auch Reibungspunkte. Fakt ist, dass selbst minimale Regelverstöße ein Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Nehmer nachhaltig beschädigen können. Und nicht selten sind Missverständnisse und Unsicherheiten an der Tagesordnung, wenn ein solches negatives Ereignis eintritt.

 

Mit was muss man als Betroffener also bei einer Abmahnung rechnen, welche Rechte hat man bei Kündigungen und wie kann man als Arbeitgeber dagegen vorgehen?


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Was muss man über Abmahnungen wissen?

 

Im Fußballer-Jargon würde man eine Abmahnung als gelbe Karte bezeichnen. Dem Angestellten soll gezeigt werden, dass der Arbeitgeber ein ganz bestimmtes Verhalten als einen nicht duldsamen Pflichtenverstoß im Rahmen des Beschäftigungsverhältnisses ansieht. Sozusagen ein Foul gegen die Regeln des Arbeitsvertrages. Wegen der einschneidenden Wirkung der Kündigung stellt die Abmahnung allerdings erst einmal eine Vorstufe dar, weshalb für die Entlassung eine oder mehrere Abmahnungen notwendig sind. Oft herrscht hier noch der Irrtum, dass eine Kündigung erst nach der dritten Abmahnung droht. Bei schweren Verstößen reicht aber sogar eine einzige Abmahnung aus, um entlassen zu werden.

 

Die Gründe können vielseitig sein: Wenn der Angestellte zum Beispiel einen wichtigen Termin versäumt, sich im Ton vergreift, häufig private Telefonate während der Arbeitszeit führt oder generell, wenn der Vorgesetzte mit der Leistung seines Mitarbeiters unzufrieden ist. Auch mehrmaliges verspätetes Erscheinen kann einen nicht tolerierbaren Verstoß darstellen.

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Der Abmahnung kommt damit eine sogenannte Warn und Androhungs-, Hinweis- und Dokumentationsfunktion zu. Es soll auf die arbeitsrechtlichen Konsequenzen verwiesen werden, also das die in der Abmahnung konkret gerügten arbeitsvertraglichen Pflichten den Bestand des Arbeitsverhältnisses gefährden. Obwohl die Abmahnung nicht formgebunden ist und deshalb auch mündlich erteilt werden kann, wird sie in der Regel schriftlich verfasst, um Nachweisschwierigkeiten und Unklarheiten auszuschließen. In den meisten Fällen wird dies zudem in der Personalakte niedergelegt.

 

Wichtig ist, dass in der Abmahnung das fehlerhafte Verhalten konkret benannt, die Rüge der Pflichtverletzung bezeichnet und die eindringliche Aufforderung zu künftigem, vertragstreuem Verhalten aufgeführt wird. Der Arbeitnehmer soll damit genau sehen können, dass er noch einmal die Chance hat sich zu bessern, um arbeitsrechtliche Konsequenzen zu vermeiden.

 

Was kann man gegen eine Abmahnung unternehmen?

 

War die Verwarnung unberechtigt, kann der Arbeitnehmer fordern, dass die Abmahnung aus der Personalakte entfernt wird. Außerdem hat der Abgemahnte das Recht, eine Gegenvorstellung zu der Personalakte zu reichen. Zudem kann Beschwerde beim Betriebsrat, aber auch beim Arbeitgeber selbst, wegen ungerechter Behandlung eingelegt werden. Oder als letzte Maßnahme: Eine Klage vor Gericht auf Entfernung der Abmahnung aus der Personalakte.


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Was muss man über eine Kündigung wissen?

Im Fußball folgt nach der gelben die rote Karte und man wird des Spielfeldes verwiesen. Im Arbeitsverhältnis ist eine Kündigung allerdings noch schlimmer – der Arbeitgeber erklärt unmissverständlich, dass er nicht mehr möchte, dass sein Mitarbeiter weiter im eigenen Team mitspielt. Je nach Kündigungsgrund steht dem Arbeitgeber die Möglichkeit der sogenannten ordentlichen und außerordentlichen Kündigung zur Verfügung.

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Für die ordentliche Kündigung führt das deutsche Arbeitsrecht drei Kündigungsgründe auf: Die betriebsbedingte, die verhaltensbedingte und die personenbedingte Kündigung. Während eine verhaltensbedingte Kündigung meist eine oder mehrere Abmahnungen wegen vorherigen Fehlverhaltens voraussetzt, trifft eine betriebsbedingte Kündigung den Mitarbeiter meist unverschuldet. Zum Beispiel weil das Unternehmen eine Abteilung schließt oder aus wirtschaftlichen Gründen Arbeitsplätze abbauen muss. Bei der personenbedingten Kündigung steht kein Fehlverhalten im Vordergrund, sondern ein Merkmal in der Person des Arbeitnehmers, das nicht oder nur schwierig zu ändern ist oder nicht abgemahnt werden kann. Das liegt möglicherweise dann vor, wenn ein Arbeitnehmer lange krank war und der Vorgesetzte davon ausgehen muss, dass der Mitarbeiter auch in Zukunft gesundheitlich so eingeschränkt ist, dass er nicht mehr die volle Arbeitsleistung erbringen wird - und ihm auch kein anderer Arbeitsplatz im Unternehmen zur Verfügung gestellt werden kann.

 

Darüber hinaus kann der Arbeitgeber eine außerordentliche Kündigung aussprechen. Diese ist sozusagen das letzte Mittel, die ultima ratio, und kann deshalb auch fristlos erfolgen. Bei besonders schwerem Fehlverhalten wie Diebstahl, Untreue oder Betrug, bedarf es deshalb nicht einmal einer Abmahnung.


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Was kann man geben eine Kündigung unternehmen?


An eine wirksame fristlose Kündigung stellt das Arbeitsrecht hohe Anforderungen, da hier in der Praxis die meisten Fehler gemacht werden und die Folgen für den Arbeitnehmer gravierend sein können. Für den Gekündigten ist besonders wichtig, dass er innerhalb einer dreiwöchige Frist selbst, oder durch qualifizierte Arbeitsrechtsanwälte prüfen lässt, ob die Kündigung auch gerechtfertigt ist. Denn nach Ablauf der drei Wochen kann ein Mitarbeiter letztlich nicht mehr gegen die Kündigung klagen.

 

Wichtig ist auch festzustellen, ob eine Interessenabwägung stattgefunden hat und ob der Betriebsrat angehört wurde. Weitere wichtige Faktoren sind zudem die Dauer der Betriebszugehörigkeit oder ob und in welcher Höhe möglicherweise ein Schaden verursacht wurde. Zudem ist der Grad des generellen Verschuldens des Mitarbeiters und ob in Zukunft eine mögliche Wiederholungsgefahr besteht wesentlich. Denn das Arbeitsrecht gibt vor, dass es sich bei der Kündigung nicht um eine Bestrafung des Mitarbeiters handelt, sondern das sichergestellt wird, dass der aufgeführte Grund nicht noch einmal passiert.

 

Bei ordentlichen Kündigungen müssen die Arbeitgeber eine bestimmte Kündigungsfrist einhalten, wobei diese meistens im Arbeitsvertrag geregelt ist. Ansonsten gelten die gesetzlichen Fristen nach § 622 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).


Wie habe ich mich bei einer Abmahnung oder Kündigung zu verhalten?

Am besten erst einmal tief durchatmen. Bei einer Abmahnung sollte zuerst einmal das eigene Verhalten reflektiert werden. Fühlt man sich danach immer noch ungerecht behandelt, steht man als Arbeitnehmer keineswegs schutzlos dar.

 

Bei einer Kündigung ist nicht zuletzt eine schnelle Entscheidung gefragt – schließlich gilt es festgelegte Fristen einzuhalten. Um festzustellen ob die Kündigung gerechtfertigt ist oder ob es noch Möglichkeiten gibt, weiter in der Mannschaft des Arbeitgebers zu bleiben, sollte man am besten qualifizierte Arbeitsrechtsexperten befragen. Dabei prüfen spezialisierte Anwälte den Sachverhalt, wie zum Beispiel die bundesweit tätige Kanzlei Wittig Ünalp, und leiten gegebenenfalls mögliche Schritte ein.

 

Denn nicht zuletzt hat sich nicht nur der Arbeitnehmer an die Rechte und Pflichten des Arbeitsvertrages zu halten – das gilt ebenso für den Arbeitgeber. Und man darf nicht vergessen, dass eine Abmahnung oder Kündigung nicht das Ende der Welt bedeutet. Fußballer stehen nach Ablauf ihrer Sperre auch wieder auf dem Spielfeld. Oder sind in einer neuen Mannschaft sogar noch erfolgreicher.


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Kommentare: 2
  • #1

    Jürgen (Dienstag, 24 Mai 2016 13:30)

    Ich hatte mal einen Chef der hat einmal im Monat mit Abmahnung gedroht. Ich habe mich aber nicht ärgern lassen. Jetzt bin ich seit ein paar Jahren in einem neuen Unternehmen das seine Mitarbeiter viel besser behandelt. Nie wieder sag ich nur!!!

  • #2

    Magda (Dienstag, 24 Mai 2016 14:21)

    Ich habe auch eine Kündigung bekommen und mir ist das Herz in die Hose gerutscht! Aber man darf sich nicht unterkriegen lassen


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