So rinnt das Geld davon

Ausgaben die wir auch ersetzen könnten

Geld, Wasser, Bach

Trinkst du Wasser? Oder bist du bei App-Stores aktiv? Trägst du Markenkleidung? Dann verschwendest du vielleicht eine Menge Geld – was dir am Ende des Monats auf dem Konto fehlt. Dabei kann jeder die Kontrolle über die kleinen aber alltäglichen Kostenfresser behalten – indem er sie mit gleichwertigen Produkten ersetzt.

Unsere monatliche Ausgaben sind direkt verknüpft mit unserem Lebensstil, unseren Gewohnheiten, Hobbys und dem Verhalten im Internet. Klar, dass weiß jedes Kind. Deshalb haben auch viele eine Meinung darüber, was andere mit ihrem Geld machen. „Hat sie sich schon wieder ein neues Kleid gekauft?“ oder „Wie können die es sich leisten schon wieder in den Urlaub zu fahren?“, sind Sätze, die oft im Privaten gesagt werden. Denn wir sind oft sehr kritisch mit uns selbst – was wir ausgeben und wie wir es unter das Volk bringen. Psychologen führen dies auf einen inneren Verteidigungsmechanismus zurück – schließlich haben unsere Eltern bereits in der frühesten Kindheit zu uns gesagt: „Brauchst du das wirklich?“ oder „Das musst du nicht haben!“

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Aber niemand muss ein schlechtes Gewissen bekommen wenn man die Dinge kauft, die einen glücklich machen. Denn was wäre das Leben, wenn wir anderen oder uns selbst nicht ab und zu eine kleine Freude machen würden? Richtig handelt also, wer einen Mittelweg geht. Denn oftmals sind es die Kleinigkeiten, die geringfügigen Euro und Cent-Beträge, die dafür sorgen, dass am Ende mehr Monat als Geld übrig ist – doch die diese Dinge kann oftmals perfekt mit gleichwertigen Produkten ersetzen. Dafür hat man dann wiederum mehr für die etwas kostspieligen Sachen übrig.

Hier sind ein paar Alltagsausgaben, die du sehr leicht ersetzen kannst:



1. Mineral- und Tafelwasser

Wasser ist für unser Leben und unsere Gesundheit enorm wichtig. Mit 200 Brunnenbetrieben können deutsche Konsumenten gegenwärtig aus mehr als 500 Mineralwässern wählen – damit ist im Hinblick auf den Pro-Kopf-Verbrauch in den vergangenen Jahren ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Lag der Mineralwasser-Konsum im Jahr 1970 noch bei 12,5 Litern pro Kopf, wurden im Jahr 2014 in Deutschland bereits durchschnittlich 143,5 Liter Mineralwasser je Einwohner konsumiert.

Dabei könnten die Preise nicht unterschiedlicher sein. Das teuerste Mineralwasser ist zum Beispiel 'Rokko No Mizu' – es kostet 124 Euro pro Liter. Genießen kann man die Flüssigkeit beispielsweise im Kempinski Hotel Adlon Berlin. Vor Ort, im japanischen Rokko-Gebirge, verlangen die Wasserhändler jedoch nicht einmal einen Euro. Das billigste Mineralwasser in Deutschland findet man bei Discountern. Dort gibt es so etwas wie eine magische Preisgrenze: Unter 13 Cent pro Liter wird bei Aldi, Lidl und Co. nichts verkauft – der Gewinn ist bereits sowieso sehr niedrig. Was viele auch nicht wissen: Mineralwasser und Tafelwasser sind nicht das Gleiche. Ein Hersteller darf sein Produkt erst Mineralwasser nennen, wenn er bestimmte Punkte in der Mineral- und Tafelwasserverordnung erfüllt. Zur Herstellung von Tafelwasser darf im Unterschied zum Mineralwasser zum Beispiel auch Meerwasser oder Natursole verwendet werden. Ein Tafelwasser kann also aus verschiedenen Wassern zusammengemischt werden.

Und jetzt die Überraschung: Leitungswasser gehört es zu einem der am strengsten kontrollierten Lebensmittel in Deutschland: In manchen Regionen ist die Konzentration von Mineralstoffen sogar mit dem von Mineralwasser aus der Flasche zu vergleichen. Zudem ist es mit ca. 5 - 10 Cent pro Liter das wirklich billigste Getränk. Hochgerechnet kann eine Familie bis zu 2000 Euro pro Jahr sparen, ein Single-Haushalt kommt immerhin noch auf gut 500 Euro.

Mineralwasser, Restaurant, edel

2. Drucker Patronen

Druckertinte zählt zu den teuersten Flüssigkeiten der Welt. Warum ein Liter Farbe aus der Druckerpatrone so wertvoll sein soll wie ein Flachbildfernseher, konnten bis jetzt allerdings nicht einmal die Druckerpatronenhersteller beantworten. Doch es gibt gefahrlose Alternativen – die oft gerade einmal 10 % des Markenpreises kosten. Egal ob man einen Toner hat, Nachfülltinte oder Patronen in Originalform benötigt – nahezu zu jedem Markenhersteller gibt es auch eine Billig-Version des selben Produkts. Die Druckerhersteller scheuen sich jedoch nicht, mit viel Kreativität gegen die Günstig-Konkurrenz vorzugehen: Mal wird gedroht, dass der Garantieanspruch verfällt, andere sperren Billigpatronen, wenn sich der Computer über das W-LAN ins Internet einwählt. In einem großen Test durch die Stiftung Warentest wurde allerdings herausgefunden, dass es bei Billigpatronen große Unterschiede bezüglich Ersparnis und Qualität gibt. Mit einigen Patronen sparen Kunden 80 Prozent, mit anderen nur 30. Bei den 18 getesteten Patronen lieferten die meisten gute bis befriedigende Ergebnisse. Nur eine Patrone erhielt ein Ausreichend im Test. Ein Preis- und Qualitätsvergleich ist deshalb immer hilfreich.


3. Dispokredit


Das Konto ist leergeräumt, aber es sind noch Rechnungen offen: Viele Bankkunden haben in einer solchen Situation schon den Dispo genutzt. Die meisten Banken ermöglichen ihren Kunden diese begrenzte Überziehung des Kontos - das Limit liegt oft bei zwei oder drei Monatsgehältern. Verbraucherschützer raten davon ab, das Girokonto dauerhaft zu überziehen und ziehen einen Vergleich: Das wäre wie jeden Tag mit dem Taxi zur Arbeit zu fahren statt mit dem Bus. Der Dispo solle schließlich eigentlich nur kurz überbrücken. Langfristig sollten Verbraucher die aber ihr Ausgabeverhalten überdenken und das Dauer-Minus des Girokontos in einen günstigen Raten- oder Abrufkredit mit niedrigeren Zinsen umschulden. Der dann kontinuierlich getilgt wird, um die Bonität nicht zu gefährden. Kredite - auch ohne die oft gefürchtete Schufa-Auskunft – bieten zum Beispiel Unternehmen wie Henke & Rose.


Lifaa Kurzwissen

Was ist ein Dispokredit?


4. Markenklamotten

Seien wir mal ehrlich – wer als Fashionista oder Mode-Freak auf teure Markenkleidung steht, dessen Brieftasche wird arg gebeutelt. Gucci, Dolce & Gabana, Hilfiger – vor allem zahlt man für das Emblem, das auf der Kleidung prangt. Daran ist nichts verkehrt, denn wer seinen eigenen Stil zelebriert, bringt auch seine Individualität zum Ausdruck.

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Wer die Sache allerdings etwas nüchterner betrachtet, muss feststellen, dass er die gleiche Ware auch zu einem deutlich günstigeren Preis bekommt. Bei teuren Markensonnenbrillen ist es zum Beispiel gängige Geschäftspraxis, dass die Plastikware aus der selben - meist fernöstlichen - Fabrik kommt und erst in Europa mit verschiedenen Labeln bestückt wird. Was in einem Laden über 200 Euro kostet, hat der Straßenverkäufer für 5 Euro im Angebot.

Dabei ist die Qualität und Kreativität von jungen Unternehmen oft um Längen besser. Aus der Masse ragt also eher der heraus, der sich auf etwas Neues einlässt. Nur rein aus modetechnischen Gesichtspunkten betrachtet.

5. App-Stores

Google Play, iTunes, Amazon und unzählige andere App-Stores sind ein wahrer Umsatzgarant: 717 Millionen Euro wurden mit mobilen Apps umgesetzt. Doch die kleinen digitalen Helferlein können auch ein unbemerktes Kostengrab sein. Besonders auffällig sind natürlich Spiele und Apps, die mit sogenannten In-Game-Verkäufen direkt das Portemonnaie des Kunden beanspruchen. Dort noch einmal ein Upgrade für den Bauernhof gekauft, das neue Maschinengewehr gegen Zombies oder zusätzlich noch den MP3-Player für die Jogging-App eingebaut: Oft sind es kleine Summen, die sich zu einer Großen zusammenrechnen.

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Wichtig ist eigentlich nur, dass man im Vorfeld darauf achtet, was man freigibt und was man kauft. Hat man sich das vor Augen geführt, kann man auch die Kosten minimieren. Beim Herunterladen einer App wird man häufig aufgefordert, dem Entwickler Zugang zu bestimmten Informationen und Funktionen zu gewähren: Beispielsweise die Erlaubnis, dass die Anwendung die Aktivierung des Ruhezustands auf dem Handy verhindert. Oder man soll zustimmen, dass der Entwickler mitliest, wen Benutzer anrufen und aus welchen Städten sie stammen. Oder ganz einfach, dass der Hersteller Zugang zur Internetverbindung des Handys erhält. Dies gilt vor allem dann, wenn Entwickler so die Möglichkeit erhalten, Anrufe oder Textnachrichten von Ihrem Handy zu senden. Dies kann von Betrügern leicht dazu genutzt werden, hohe SMS-Gebühren zu verursachen.

Am besten ist, man erlaubt Google Play oder iTunes erst gar nicht, direkt vom Konto abzubuchen, sodass man jede finanzielle Transaktion bestätigen muss. Damit kommt man erst gar nicht in Versuchung, sich eine neue Schutzausrüstung zuzulegen, weil der eigene Vogel im Spiel mal wieder abgestürzt ist. Und wenn man es doch kauft, dann weiß man, dass man es zumindest nicht bereuen wird.

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Kommentare: 1
  • #1

    Alisa (Montag, 17 August 2015 15:27)

    Punkt 1 ist sehr interessant! Das Leitungswasser zu den am strengsten kontrolliertesten Lebensmittel gehört habe ich noch nicht gewusst. Umso besser, ich trinke gerne Wasser aus der Leitung :-) Muss man nicht einmal ein schlechtes Gewissen haben...