Erfolgsrezept Selbstvermarktung: So wird man zum gefeierten Autor

Schrott, Geld verdienen, Eisenräder, rostig

Die schlaflosen Nächte sind vorbei, die Augenringe verblassen allmählich und der Weinkonsum sinkt: Wenn ein Autor das sagen kann, dann ist das Buch fertig. Herzlichen Glückwunsch! Nach der ersten Euphorie wirst du allerdings feststellen, dass du noch immer – oder schon wieder – am Anfang stehst: Brauche ich einen Verlag? Welche Gewinnchancen habe ich? Kann ich auch selbstständig publizieren? Nele Nikolaisen zeigt einen Weg durch die Stolperfallen des Gewerbes.

Wenn du als Autor ernst genommen werden und von deiner Schreibe leben möchtest, musst du ein perfektes Produkt anbieten. Und 'perfekt' heißt in diesem Zusammenhang: ein mehrmals gegengelesenes und sorgfältig lektoriertes Manuskript. Lass deinen Text von Personen lesen, von denen du eine ehrliche Meinung und ein kritisches Statement erwarten kannst. Denn nur so kannst du abschätzen, ob das Buch Potenzial hat, die breite Masse zu begeistern. Wenn das Feedback entsprechend positiv ist, stellt sich als Nächstes die Frage des Publikationskanals.

 

Im Verlag publizieren: Ja? Nein? Vielleicht?

 

Falls du dein Manuskript in einem Buchladen sehen möchtest, machst du dich jetzt auf die Suche nach dem passenden Verlag. Höchstwahrscheinlich publiziert nicht jeder Verlag in deinem Genre. Daher solltest du dich im Vorfeld über die thematischen Schwerpunkte informieren und beim Verlag anfragen, ob sie überhaupt an neuen Manuskripten interessiert sind. Mancher Verleger 'kaufen' ihre Autoren nämlich lieber selbst ein. Hast du den richtigen Verlag gefunden, kümmert sich dieser um Layout, Werbung und Publikation und du musst dich höchstens an der Pressearbeit beteiligen.

Was viele aber nicht wissen: Der Gewinn des Autors beträgt maximal 10 % des Nettobuchpreises. Falls du im Vorfeld einen Agenten mit der Suche nach dem passenden Verlag beauftragt hast, werden von diesem mageren Output noch einmal 15 % als Vermittlungsgebühr fällig.


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Online publizieren: Maximale Gewinnchancen, geringes Risiko


Wie gut, dass wir in Zeiten des Internets leben. Das Web 2.0 bietet insbesondere unbekannten Autoren, die bei der Suche nach einem Verlag häufig Schwierigkeiten haben, die Chance, ihre Arbeit direkt anzubieten – und zwar über sogenannte 'Self-Publishing-Plattformen'. Hier kannst du dein fertiges Manuskript als eBook hochladen und die jeweilige Plattform übernimmt die Weiterleitung an den Online-Buchhandel. Nach Abzug der Vermittlungsgebühren und des Anbieter-Gewinns bleiben dem Autor hier zwischen 50 und 60 % des Buchpreises als Nettogewinn. Wichtig ist, dass du dir entweder eine Plattform aussuchst, die auf dein Genre spezialisiert ist.

 

Oder du entscheidest dich für einen großen Anbieter, der alle Genres führt, aber dafür auch mit überdurchschnittlich vielen Online-Anbietern zusammenarbeitet, über die die Leser dein eBook später kaufen können.

Auto, überwachsen, rostig, zerfallen, verlassen

Ein Anbieter, der entsprechend breit aufgestellt ist und mehr als 165 eBook-Stores beliefert, ist zum Beispiel Feiyr: Der Anbieter versteht sich als Schnittstelle zwischen Autoren und den Haupt-Distributoren wie Amazon, Weltbild, Apple, Thalia und Kindle, die wiederum selbst mit Sub-Portalen zusammenarbeiten. Nach einer geringen Anmeldegebühr übernimmt Feiyr die Zuweisung der ISBN, die Umwandlung deines Manuskripts in das standardisierte ePUB-Format sowie die Verteilung auf die entsprechenden Stores und die Werbung für dein Buch.

Während das Risiko der Printversion vollständig beim Verlag liegt, da dieser alle Kosten vom Lektorat über die Cover-Gestaltung bis zum Druck trägt, trägst du als Self-Publisher ein geringes Restrisiko. Falls dein eBook sich nicht verkauft, bleibst du auf den Kosten für das professionelle Lektorat und die Gestaltung des Covers, die von den entsprechenden Plattformen nicht bezahlt werden, sitzen. Falls sich dein eBook gut verkauft und in der sogenannten 'Midlist' (Platz zwischen 500 und 1500 im Ranking) landet, hast du die Kosten in den ersten zwei Monaten wieder drin. Den Weg in die begehrte Midlist kannst du dir selbst ebnen, indem du dich und dein Buch gezielt vermarktest.


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Selbstvermarktung 2.0: Wie du zum 'Brand' wirst

Damit die Leute wissen, dass sie dich – und nur dich – lesen wollen, müssen sie wissen, dass es dich gibt. Wenn du vom Schreiben leben möchtest, ist es also ratsam, dich nicht allein auf die Werbemaßnahmen deiner Publishing-Plattform zu verlassen: Du solltest eigene Marketing-Strategien in die Wege leiten. Und da Bücher sich am besten verkaufen, wenn es ein Gesicht dazugibt, bedeutet das in erster Linie Selbstvermarktung. Nur, wenn es dir gelingt, die Aufmerksamkeit der potenziellen Leserschaft an dich und deine Werke zu binden, kannst du auch dauerhaft erfolgreich sein. Dazu gehört natürlich auch eine konstante Präsenz: Wenn Leser zu lange auf neue Nachrichten und neue Publikationen warten müssen, verlieren sie das Interesse.

 

Der beste und vor allem kostengünstigste Weg in die öffentliche Aufmerksamkeit sind die sozialen Medien. In Deutschland haben Facebook, YouTube und Blogs derzeit die größte Reichweite. Um auf diesen Kanälen deinen Bekanntheitsgrad zu steigern, kannst du dein Schreibtalent nutzen. Verfasse zum Beispiel Gastbeiträge mit dem Schwerpunkt 'Literatur/ Belletrisktik' für Fachzeitschriften, Onlineportale oder Blogs, in denen du einen Informationsmehrwert lieferst und dabei sehr subtil Hinweise auf dein eigenes Buch einfließen lässt.

 

Es gibt auch Youtuber, die regelmäßig Buchbesprechungen machen: Schau dir an, welche Reichweite die jeweiligen Channels haben und sende den drei besucherstärksten ein Exemplar deines Buchs zu.


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Kommentare: 2
  • #1

    Rosemarie (Mittwoch, 27 Juli 2016 18:01)

    Da ich selbst Autorin bin, möchte ich zu diesem Artikel doch gerne meinen "Senf" zugeben, da er mE viel zu kurz greift und auch sachlich nicht immer ganz korrekt ist.

    Zunächst suggeriert die Überschrift, als gäbe es ein Rezept zum gefeierten Autor zu werden, was natürlich nicht richtig ist. Es gibt viele Auoren, die ihr Handwerk verstehen und sehr gut schreiben können, ohne dass man sie feiert und andere werden gefeiert, obwohl es in dem Buch nur so vor Fehlern wimmelt.
    Und damit bin ich bei einem Punkt, der hier nicht vorkommt, aber immens wichtig ist: Das Handwerk. Auch Schreiben will gelernt sein. Wer das Handwerk nicht beherrscht, dem hilft auch ein nachträgliches Lektorat nicht.

    Was das Lektorat anbelangt möchte ich wiedersprechen. Kein Verlag verlangt ein perfekt lektoriertes Manuskript!
    Wer das abliefern möchte, der muss gleich mal ordentlich in Tasche greifen: Für 200 Seiten sind da schnell mal 1000 bis 2000 Euro fällig. Dabei kann ein freier Lektor ja nicht mal garantieren, dass dies von ihm "perfekt" lektorierte Manuskript dann auch jemals einen Verlag findet.
    Zudem ist "Lektor" kein geschützter Beruf. Diesen Dienst kann praktisch jeder anbieten kann, der das möchte. Was natürlich nicht heißt, dass es nicht viele gute Lektoren auf dem freien Markt gibt und wer sich aufs Selfpublishing verlegt, der tut tatsächlich gut daran, sein Manuskript vorher lektorieren zu lassen - aber eben nur der - und sich dabei diesen Lektor sehr gut auszusuchen.
    Auch freie Lektoren urteilen nach Geschmack und ihrer persönlichen Vorstellung wie ein gutes Manuskript auszusehen hat. Dabei stellen die einen das klassische Handwerk streng in den Vordergrund, andere wiederum findet es gut, wenn Autoren mutig neue Wege gehen. Die sehen einen ständigen Perspektivenwechsel als "No-Go" an, andere als moderne Literatur. Beides kann einen Verlag finden, muss aber nicht.

    Testleser sind dagegen im jeden Fall gut, am besten man sucht sich dafür solche, die das Schreibhandwerk verstehen. Dafür eignen sich z.B. auch Foren, in denen man Testleser findet oder sich gegenseitig beurteilt.

    Was allerdings perfekt sein sollte, wenn man sein Manuskript an einen Verlag schickt, das ist das Exposé (und natürlich sollte es nicht vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern wimmeln). Denn ein Verlag will ja gar kein fertiges Manuskript, sonder nur Probeseiten! Das kommt hier allerdings nicht wirklich richtig rüber. Natürlich sollte ein Neuautor das Manuskript besser schon fertig haben, damit er es schicken kann, wenn der Verlag es verlangt. Doch wer auf Verlagssuche geht, solle auf keinen Fall ein fertiges Manuskript schicken, dann hat er im Grunde schon verloren.
    Ob ein Manuskript angenommen wird oder nicht, kommt nicht zuletzt auf das Exposé an. Wenn Thema, Figuren oder der Plot nicht übezeugen, hilft kein Lektorat der Welt, dass der Verlag das Manuskript annimmt. Ist er aber vom Exposé begeistert, dann lässt er sich auch auf ein unlektektoriertes Manuskript ein, schließlich hat man dafür ja eigene Verlagslektoren.

  • #2

    Rosemarie (Mittwoch, 27 Juli 2016 18:01)

    Teil 2 meines Kommentars:

    Was hier ebenfalls nicht richtig dargestellt wird, ist, dass man bei einem E-Book zwischen 50 und 60 Prozent des Verkaufs erhält. Das ist kein Standard. Das kommt sehr auf den Anbieter und dann auch auf den Verkaufspreis an. Amazon bietet bis zu 70 Prozent, aber nur, wenn man sich in einem engen Preissegment bewegt. Ansonsten kann die Beteiligung auch unter 40 Prozent sinken. Andere Anbieter geben von vorneherein keine 60 oder 70 Prozent.
    Aber an dieser Stelle sieht es fast so aus, als solle Werbung für Feiyr gemacht werden, einem Anbieter, der eher unbekannt ist.
    Dabei gibt es für E-Books mittlerweile sehr viele Anbieter (Amazon, Trediton, epubli, BookRix uam) und dazu viele interessante Quellen, wo man diese gängigen Anbieter miteinander vergleichen kann. Da sollte man wirklich schauen, was wer anbietet, welche Anfangsgebühren anfallen, welche Konditionen, wo man überall vertrieben werden kann usw.

    Anschließend wird hier sehr viel über das Marketing-Muss mit Netzwerken bei Selfpublishern geschrieben, doch es gibt auch Untersuchungen, die zeigen, dass gerade die Netzwerke eher wenig einbringen, was den Verkauf von Büchern anbelangt. Wobei das auch noch mal ein ganz eigenes Thema ist, denn auch das "Selber-Anpreisen" will gelernt sein, will man sich nicht in jene einreihen möchte, die den anderen mit ihrem "Marktgeschrei" eher auf die Nerven gehen. Und dann kostet dann richtig viel Zeit. Zeit, die fehlt, um ein neues Buch zu schreiben. Und genau das bringt andererseits nicht wenigen Autoren viel mehr Erfolg, als das Netzwerken, gerade auch den Selfpublishern. So manch einer, der sich da an der Verkaufsspitze tummelt netzwerkt nicht, sondern schreibt stattdessen Bücher wie am Fließband.
    Auf der anderen Seite bieten die Verlage ihren Midlist Autoren heutzutage viel weniger Marketing an, als früher, so dass auch die häufig zusätzlich Werbung für ihr Buch machen (müssen), damit es nicht schon bald wieder verrramscht wird, weil es sich zu wenig verkauft. Denn die Verlage machen kurzen Prozess mit Büchern, welche die Ziele nicht erreichen, die der Verlag sich vorgestellt hat. Die sind nach einem Jahr wieder verschwunden, denn da wartet schon die Vielzahl an Neuerscheinungen, die in die Buchregale sollen.

    Natürlich hängt es immer auf vom Genre ab. Es gibt einfach Genres, die sich fast wie von selbst verkaufen, andere bekommt man auch mit viel Einsatz nicht dazu, sich in irgendwelche Bestsellerlisten vorzuarbeiten und seien sie noch so gut geschrieben.

    Es gibt viele Wege, sich als Autor feiern lassen zu können. Man muss nicht mal ein Buch schreiben dafür. Dass es auch viele alternative Veröffentlichungsmöglichkeiten gibt, fehlt hier allerdings ebenfalls.
    Doch die meisten Autoren werden nicht gefeiert. Sie brauchen vor allem eins: ein dickes Fell und viel Durchhaltevermögen und einen Brotjob, denn nur etwa 5% können allein vom Bücherschreiben leben.
    Doch wer sich darauf einlässt kann den schönsten Beruf der Welt haben.

    VG
    Rosemarie


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